Herr Jagsch, Sie sind Landesvorsitzender der Partei DIE HEIMAT in Hessen. Was hat sich Ihre Partei für die am 15. März 2026 anstehenden hessischen Kommunalwahlen vorgenommen?

Wir werden unseren Schwerpunkt auf unsere bestehenden Hochburgen legen. Gerade dort ist es uns wichtig, die kommunalen Mandate auszubauen oder mindestens zu halten. In der Stadt Büdingen wollen wir trotz der AfD-Liste wieder mit Fraktionsstärke in die Stadtverordnetenversammlung einziehen, damit wir wieder in den Ausschüssen vertreten sind und mehr Möglichkeiten haben, die Interessen unserer Bürger durchzusetzen.

Sie zählen seit zwei Jahrzehnten zu den prominentesten patriotischen Politikern in der Wetterau. Von September bis Oktober 2019 waren Sie sogar Ortsvorsteher des Ortsteils Waldsiedlung der Gemeinde Altenstadt, was bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Obwohl Sie ein einstimmiges Votum erhielten, haben die Parteien der selbsternannten Demokraten Ihre Wahl nach nur einem Monat wieder rückgängig gemacht. Wie haben Sie die damaligen Vorgänge in Erinnerung?

Es war der Wahnsinn, wie gewählte Vertreter unter Druck gesetzt worden sind, um eine demokratische Wahl wieder rückgängig zu machen. Dieser Druck wurde hauptsächlich von Politikern der etablierten Parteien und der Presse auf die anderen Vertreter im Ortsbeirat aufgebaut. Über Wochen waren Presseschmierer in der Waldsiedlung und in Altenstadt direkt unterwegs, um einen medialen Druck aufzubauen, und die Anwohner fühlten sich belästigt. An vielen Tagen hatte ich selbst bereits mehrere Termine mit unterschiedlichen Journalisten. Dieser ganze Vorgang zeigt deutlich, dass es um die freie Meinungsäußerung und die Ausübung des freien Mandats sehr schlecht steht und es höchste Zeit für einen konsequenten Politikwechsel wird. Dass sogar wegen eines relativ geringfügigen Amtes regelrechter Meinungsterror ausgeübt wurde, ist eine Schande für die Demokratie hier im Land. Trotz allem hat es deutlich gezeigt, wie stark der Rückhalt in der Bevölkerung für mich ist. Noch heute werde ich ab und zu darauf angesprochen.

Was erhoffen Sie sich diesmal von dem Wahlgang in der Waldsiedlung? Und wo wird DIE HEIMAT bei den hessischen Kommunalwahlen noch kandidieren?

Nach dem besagten Vorgang konnten wir unser Ergebnis in der Waldsiedlung bereits von 15,1 Prozent auf 20,9 Prozent steigern und ein zweites Mandat erringen. Angesichts der Unzufriedenheit mit der derzeitigen Politik und unserer Graswurzelarbeit können wir dieses starke Ergebnis sicherlich erneut steigern. Außerdem kandidieren wir für den Kreistag des Wetteraukreises mit unserem langjährigen Kreistagsabgeordneten Daniel Lachmann, der auch in der Stadt Büdingen und seinem Ortsteil Wolf mit einer Liste zur Ortsbeiratswahl antreten wird. In meiner Heimatgemeinde Altenstadt werde ich die Liste anführen. Im Lahn-Dill-Kreis werden wir in der Stadt Leun mit dem langjährigen Fraktionsvorsitzenden Ludwig Palm kandidieren.

Welche Themen stehen für DIE HEIMAT auf kommunalpolitischer Ebene in Hessen ganz oben auf der Agenda?

Eines unserer Hauptthemen werden die Folgen der Massenzuwanderung sein, die gerade die Kommunen besonders trifft und den bereits angespannten Wohnungsmarkt noch mehr belastet. Daher führten wir im Sommer bereits eine Kampagne unter dem Motto „Remigration schafft Wohnraum & Sicherheit“ durch, die auf große Zustimmung in der Bevölkerung gestoßen ist.

Wir bedanken uns für das Gespräch!

Das Interview wurde von Arne Schimmer geführt.

Stefan Jagsch, geb. 1986 in Hanau, widmet sich seit über 20 Jahren mit großer Leidenschaft der Kommunalpolitik in seiner Heimatgemeinde Altenstadt (Wetteraukreis). Bereits mit 16 Jahren trat Jagsch 2002 der NPD (heute DIE HEIMAT) bei und übernahm schnell Verantwortung: Seit 2006 sitzt er ununterbrochen im Gemeinderat von Altenstadt. 2019 wählten ihn die anwesenden Vertreter von CDU, SPD und FDP einstimmig zum Ortsvorsteher der Altenstadter Ortschaft Waldsiedlung – ein Zeichen dafür, dass seine Kompetenz und sein Einsatz für die Belange der Bürger vor Ort auch über Parteigrenzen hinweg anerkannt wurden. Auch wenn diese Wahl später auf skandalöse und demokratieverachtende Art und Weise rückgängig gemacht wurde, zeigte sie, dass Jagsch in der Praxis als sachkundiger und zuverlässiger Kommunalpolitiker geschätzt wird. Seit 2023 ist Stefan Jagsch Landesvorsitzender von DIE HEIMAT in Hessen. Von 2008 bis 2011 und von 2016 bis 2021 nahm er ein Mandat im Kreistag des Wetteraukreises wahr.

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